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In den vergangenen Jahren haben DiGAs (Digitale Gesundheitsanwendungen) erheblich Aufwind erfahren. Steigende Investitionen und eine wachsende Anzahl verfügbarer Lösungen haben den Markt geprägt.
Inzwischen wird jedoch deutlich: Die Phase der Innovation tritt in den Hintergrund und der Fokus verschiebt sich hin zu der Frage, wie eine DiGA ihren Platz im realen Versorgungssystem tatsächlich langfristig und nachhaltig behaupten kann.
Vom Boom zur Konsolidierung
Digitale Gesundheitslösungen haben ihre technische Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt und sich bewährt. Gleichzeitig stehen Anbieter vor der Herausforderung, ihre DiGAs zu skalieren, um ihre Produkte in die breite Versorgung einbringen zu können.
Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Marktverhalten wider: Geschäftsmodelle werden angepasst, Portfolios konsolidiert und Kooperationen entlang der Versorgungskette gewinnen an Bedeutung.
Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend hin zu der Fragestellung, wer einen messbaren Nutzen für Patienten, Leistungserbringer und Kostenträger generieren kann. Evidenz wird damit zum zentralen Erfolgsfaktor. Entsprechend steigen die Anforderungen an digitale Gesundheitslösungen. Entscheidend ist, wie der konkrete Versorgungsbeitrag nachgewiesen werden kann. Für diese Bewertung spielen mehrere Dimensionen eine Rollei :
- Klinischer Nutzen für Patienten
- Einfluss auf Versorgungsprozesse
- Ökonomischer Mehrwert für das Gesundheitssystem
Von der App zum Versorgungskonzept
Parallel dazu rückt die Rolle der einzelnen, digitalen Anwendung in den Hintergrund und stattdessen gewinnen integrierte Versorgungsansätze an Bedeutung. Diese Lösungen verzahnen die DiGA mit medizinischen Leistungen und einer datenbasierten Steuerung.
Neue Geschäftsmodelle entstehen
DiGA-Anbieter gehen zunehmend über klassische Lizenzmodelle hinaus und suchen nach Wegen, den Nutzen ihrer App im Gesamtsystem abzubilden. Dazu zählen unter anderem:
- Value-based Modelle mit Bezug auf das Behandlungsergebnis
- Partnerschaftliche Ansätze mit Leistungserbringern
- Plattformlösungen zur Vernetzung von Akteuren
Gemeinsam ist diesen Entwicklungen eine stärkere Verzahnung innerhalb des Versorgungssystems.
Interessant in diesem Kontext: Im deutschen Gesundheitsmarkt wurden früh auch regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen, um digitale Innovationen in die Versorgung zu bringen. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass die tatsächliche Einbindung von DiGAs weiterhin eine große Herausforderung für die Entwickler bleibt.
Fallbeispiel: Digitale Unterstützung bei psychischen Erkrankungen
Ein etabliertes Einsatzfeld digitaler Gesundheitsanwendungen in Deutschland ist die Unterstützung von Patienten mit Depressionen oder Angststörungen. Die DiGA wird durch Ärzte oder Psychotherapeuten verordnet und ergänzt die reguläre Therapie zwischen den Arztkontakten.
Die Patienten erhalten dadurch strukturierte Programme zur Psychoedukation, zum Stressmanagement oder zur Verhaltensänderung, die sie eigenständig im Alltag durchführen können.
Implikationen für DiGA-Anbieter
- Digitale Angebote werden zunehmend als Ergänzung bestehender Therapieangebote verstanden, etwa zur Unterstützung der Adhärenz oder zur kontinuierlichen Datengenerierung.
- Die Bewertung digitaler Gesundheitslösungen erweitert klassische Ansätze. Neben klinischen Daten gewinnen ökonomische Argumente und Versorgungsbeiträge an Gewicht.
- Die Fähigkeit, reale Versorgungswirkung zu messen und nachzuweisen, wird zum Wettbewerbsvorteil für einen nachhaltigen DiGA-Lebenszyklus.
Weiterführende Literatur: IQVIA Insitute Whitepaper „Digital Health Trends 2025“
iVgl. dazu: artikel-datenbasierte-praevention-052026.pdf
