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Trends bei den Arzneimitteln: Eine Prognose bis 2030
Murray Aitken, Executive Director, IQVIA Institute for Human Data Science
Michael Kleinrock, Lead Research Director, IQVIA Institute for Human Data Science
May 04, 2026

Die globale Gesundheit wird von IQVIAs US-ansässigen Institute for Human Data Science in dem jährlich erscheinenden Report Global Medicine Use Trends in die Zukunft projiziert. Der Blick richtet sich dabei auf die Arzneimittelnutzung ebenso wie auf die Entwicklung von neuen Märkten und Therapien im Wandel.

Weltweiter Medikamentenverbrauch nimmt stark zu

Die Nutzung von Arzneimitteln wird bis ins Jahr 2030 fast 4 Billionen Tagesdosen (DDD) erreichen. DDD ist eine international vergleichbare Größeneinheit für Medikamenteneinsatz, die von der WHO eingeführt wurde, um statistische Vergleiche von Ländern und Zeiträumen beim Medikamentengebrauch zu ermöglichen.

Wachstumstreiber für die 4 Billionen DDD bis 2030 sind vor allem laut Insitute:

  • der demographische Wandel
  • steigende Krankheitslast
  • Innovationssprünge in vielen Indikationen

Auch wenn der absolute Verbrauch von Medikamenten zunimmt, steigt der Pro-Kopf-Verbrauch nur gering, nämlich mit knapp 2 % jährlich. Das bedeutet:

Die Ausgaben für Medikamente werden der Projektion zufolge bis 2030 auf mehr als 2,6 Billionen US$ ansteigen. Treiber hierfür sind

  • Innovationen in der Onkologie, Immunologie, Diabetes, Adipositas
  • Stärkere Verfügbarkeit teurer Therapien
  • Patentabläufe und wachsende Rolle der Biosimilars

Schnell wachsende Anwendungsgebiete

Besonders interessant ist die jüngste Entwicklung rund um die Lipidregulatoren, die derzeit eine wahre Renaissance erleben. Sie werden durch generische Volumensteigerung und neue PCSK9-Therapien weiter und deutlich wachsen. PSCK9 ist ein bestimmtes Protein im menschlichen Körper, das medikamentös blockiert werden kann, sodass in der Leber mehr LDL-Rezeptoren verfügbar sind. Diese Rezeptoren verantworten den Abbau des „schlechten“ LDL-Cholesterins.

Die PCSK9-Therapien kommen als monoklonale Antikörper oder als si-RNA-Therapien vor und werden derzeit intensiv in den FuE-Piepelines bearbeitet!

Damit bleibt der internationale Arzneimittelmarkt bis 2030 also auf Wachstumskurs, allerdings nicht überall gleich. Die neuen Innovationen werden die Kosten nach oben treiben, während eine weiterhin wachsende Weltbevölkerung die Nachfrage bestimmt. Besonders spannend bleibt in diesem Kontext die Entwicklung in China, die das Institute und die vielen Expertinnen und Experten von IQVIA weiterhin für Sie beobachten!

Weiterführende Informationen / Download des Reports: Global Medicine Use Trends 2026 


Autoren:

Murray Aitken
Executive Director, IQVIA Institute for Human Data Science
Michael Kleinrock
Lead Research Director, IQVIA Institute for Human Data Science